Spaniens verborgene Schatzkammer

Die Autonome Gemeinschaft Aragonien, (spanisch: Aragón), liegt im Nordosten Spaniens und ist eine der geschichtsträchtigsten Regionen des Landes. Geprägt von einer reichen kulturellen Vergangenheit, beeindruckenden Landschaften und kulinarischen Traditionen, bleibt Aragonien ein oft übersehener, aber faszinierender Teil Spaniens.

1. Geografische Lage und Natur

Aragonien erstreckt sich über eine Fläche von rund 47.700 km² und grenzt an Katalonien, Valencia, Kastilien-La Mancha, Kastilien und León, Navarra sowie Frankreich. Die Region ist in drei Provinzen unterteilt:

  • Zaragoza (Hauptstadt der Region)
  • Huesca (bekannt für die Pyrenäen)
  • Teruel (reich an historischen Stätten)

Die Landschaft ist äußerst vielfältig: von den schneebedeckten Gipfeln der Pyrenäen im Norden über das fruchtbare Ebro-Tal bis hin zu den kargen, fast wüstenartigen Landschaften im Süden.

2. Geschichte und kulturelles Erbe

Aragonien war einst ein mächtiges Königreich, das sich mit Katalonien zusammenschloss und im Mittelalter eine der dominierenden Mächte des Mittelmeerraums wurde.

Wichtige historische Epochen:

  • Römische Zeit: Städte wie Caesaraugusta (heutiges Zaragoza) entstanden.
  • Maurische Herrschaft: Architektur und Bewässerungssysteme aus dieser Zeit sind bis heute sichtbar.
  • Königreich Aragonien (1035-1716): Blütezeit als bedeutende europäische Macht.
  • Vereinigung mit Kastilien (1469): Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragonien heirateten und legten den Grundstein für das heutige Spanien.

Architektur und Sehenswürdigkeiten:

  • Aljafería-Palast (Zaragoza): Ein beeindruckendes Beispiel maurischer Architektur.
  • Kathedrale von Teruel: Berühmt für ihre Mudejar-Bauweise (UNESCO-Weltkulturerbe).
  • Kloster San Juan de la Peña: Ein verstecktes Juwel in den Pyrenäen.

3. Kulinarische Traditionen

Aragonien bietet eine herzhafte, bodenständige Küche mit traditionellen Gerichten:

  • Ternasco de Aragón: Zartes Lammfleisch, das langsam gebraten wird.
  • Migas: Ein rustikales Bauerngericht aus Brotkrumen, Knoblauch und Wurst.
  • Borrajas: Eine regionale Spezialität aus der Borretsch-Pflanze.
  • Jamón de Teruel: Hochwertiger luftgetrockneter Schinken mit geschützter Herkunftsbezeichnung.

4. Natur und Outdoor-Aktivitäten

Aragonien ist ein Paradies für Naturliebhaber und Outdoor-Sportler.

Highlights:

  • Ordesa y Monte Perdido Nationalpark: Spektakuläre Wanderwege und Wasserfälle.
  • Sierra de Guara: Eines der besten Canyoning-Gebiete Europas.
  • Formigal und Candanchú: Beliebte Wintersportorte in den Pyrenäen.

5. Wirtschaft und Moderne

Während Aragonien früher stark von Landwirtschaft geprägt war, hat sich die Region inzwischen diversifiziert. Die Hauptstadt Zaragoza ist heute ein wichtiges Handels- und Logistikzentrum, da sie strategisch zwischen Madrid, Barcelona und Frankreich liegt.

Zu den wirtschaftlichen Schlüsselindustrien gehören:

  • Automobilproduktion (Opel-Werk in Figueruelas)
  • Erneuerbare Energien (Windparks in ganz Aragonien)
  • Tourismus (Berg- und Kulturtourismus wächst stetig)

Fazit

Aragonien ist eine Region voller Geschichte, atemberaubender Natur und köstlicher Küche. Trotz seiner großen Bedeutung in Spaniens Vergangenheit bleibt es ein Reiseziel, das viele noch entdecken müssen. Wer das „unbekannte Spanien“ erleben möchte, findet hier eine perfekte Mischung aus Kultur, Abenteuer und Tradition.

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